Arbeitsplatz

Januar 24th, 2011

Jetzt ist tatsächlich ein halbes Jahr vergangen seit dem letzten Blogeintrag… Es ist schon erstaunlich, wie leicht man ein solches Medium links liegen lassen kann (es aber nicht tun sollte).

Wo ich jetzt stehe?

Der Besuch beim Burning Man war dann doch anders als geplant, einmal unterwegs fand ich die Idee, das Dortsein zu etwas Eigennützigem zu nutzen nicht mehr so gut. Es hat auch ewig gedauert, bis ich mich hinterher wieder vom Jetlag erholt habe. In der Zeit habe ich die ehemalige Kammer in meiner Wohnung fertig zum Arbeitszimmer umgeräumt, doch nach einiger Zeit wurde mir klar, dass zuh Hause sein leicht zu familiären Ablenkungen führt und das Arbeitszimmer doch sehr eng und vor allem ohne Tageslicht ist. So war das kein Arbeiten.

Ich hatte mich früher schon mit Coworkingspaces beschäftigt. Eine ursprüngliche Geschäftsidee war tatsächlich auch, eine spezielle Art von “Singleworkingspace” zu schaffen, was ich aber wegen dem Risiko und der nötigen Investitionen verschoben habe. Es gibt auch schon eine ganze Menge von Coworkingspaces in Berlin, aber keinen direkt vor meiner Tür, zumindest nicht nach der damaligen Liste bei CoWorking News. Den “Altmeister”, das Betahaus am Moritzplatz in Kreuzberg, hatte ich mir im Rahmen einer Führung angeschaut (siehe auch ihren Steckbrief im CoWorking News Verzeichnis: http://www.coworking-news.de/2009/07/steckbrief-betahaus-berlin/). Schon spannend, auch mit der Werkstatt und dem Cafe und Beratungen und so, aber da meine Finanzierung ja nicht so richtig gut aussah, lag mir der Preis für einen Festschreibtisch doch zu hoch, und dann war es doch auch recht groß…

Der Zufall ergab dann aber, dass eine Freundin von mir für ihren Onlinehandel mit Fair-Trade-Produkten  names KarmaBazaar Lager- und Büroplatz brauchte und deshalb kurzerhand eine kleine Bürogemeinschaft gründen wollte. Als Ersteinsteiger kam ich da im Karmawerk deutlich billiger weg als am Moritzplatz, und laut VBB-Routenplaner ist es (obwohl in Neukölln angesiedelt) sogar vier Minuten schneller zu erreichen (außer jetzt im Winter wegen den S-Bahn-Problemen). Außerdem ist es viel kleiner und familiärer, teils Werkstatt und Nähatelier, teils Schreibplatz für Promotionen oder für grafische Arbeiten. Für die nahe Zukunft sind auch Sonntags-Workshops geplant. Dort verbringe ich jedenfalls jetzt meine Arbeitstage, nur im Berufsverkehr mit dem Auto zurück nach Tiergarten zu fahren hat sich als keine gute Idee erwiesen, deshalb doch meist der ÖPNV.

Zu allem Glück hat auch noch direkt gegenüber mit dem “Ungeheuer” ein total nettes Café aufgemacht, von Frühstück bis spät abends. Da wird es dann außerdem auch ab demnächst das Hinterzimmer als Meetingraum für kleines Geld zu mieten geben. Ihre Webseite unter http://www.ungeheuer-neukoelln.de/ ist leider noch leer, aber Qype hat schon was dazu (auch von mir): http://www.qype.com/place/1751472-Ungeheuer-Berlin.

Ernüchterung

August 7th, 2010

Ein Informationsvortrag bei der Investitionsbank Berlin-Brandenburg zum Thema KMU-Mikrokredit hat ein Mißverständnis in meiner Finanzkalkulation aufgezeigt… Der Banker sagte, das der Kredit nur Investitionen fördert und man die Verwendung auch nachweisen muß. Zwei Drittel der Kreditverwendung sollten aber Miete, Servermiete und andere regelmäßige Kosten sein. Nicht mal Supportverträge zu gekauften Lizenzen scheinen kreditierbar zu sein (wunderbares Wort 🙂 ). Fakt ist, mit dieser Information kann ich die Ausgaben des Entwicklungshalbjahrs komplett zusammenstreichen und das kostenpflichtige Einmieten in Coworkingspaces vergessen bzw. muß es aus eigener Tasche vorfinanzieren, und die ist nicht sehr tief…

Abgesehen davon spiele ich etwas mit Ruby on Rails herum. Der Tonabnehmer-Podcast Folge 16 von Frank Westphal (dem ich vor Urzeiten mal bei einem Besuch der Hamburger XP-Usergroup begegnet sein muß) hat mich auf das Buch “Getting Real” von 37Signals gebracht, auf welches sich auch die Yolk-Gründer beziehen. Darin wird recht nachvollziehbar beschrieben, wie sich schnell und flexibel Software organisieren läßt. Interface first und so. Aber Rails 3 sperrt sich auf Ubuntu gegen eine einfache Installation…

Technorati

Juli 31st, 2010

Heute habe ich mich etwas mit Technorati befasst, einem Blog-Directory (technorati.com). Da soll mein Blog auch erscheinen. Das geht allerdings dadurch, dass man sich dort mit einem Account anmeldet. Dann kann man sein Blog eintragen, das nennt sich einen Claim setzen. Dafür muß man dann einen von dort vergebenen Code einsetzen: 73PQ5CHXKWSZ, um zu dokumentieren, dass man ein bzw. der Autor des Blogs ist. Was ich hiermit getan habe…

Für die nächste Zeit steht in diesem Gebiet dann an, die Metainformation passend aufzubereiten. Technorati kann davon einiges nutzen.

Sonstige Entscheidungen und Burning Man

Juli 30th, 2010

Derzeit beschäftigt mich die Frage: darf man zu Beginn der Selbständigkeit, vor oder während der Firmengründung noch verreisen?

Mein bisheriges Gefühl war: is’ schwierig. Schließlich muß man sich der 50-60 Stundenwoche stellen. Wo soll da Urlaub passieren? Deshalb hatte ich mich vor einigen Wochen gedanklich von dem diesjährigen (dritten) Besuch bei Burning Man Festival verabschiedet. Und es immer wieder erzählt. Und es mir selbst einzureden versucht. Dass man auch mal ein Jahr Pause machen kann. Dass es vielleicht schmerzhaft wäre in der Woche, es aber Wichtigeres gibt. Und zu teuer wär’ es außerdem. Nur für die Woche nach Nevada fliegen. Als Gründer braucht man all sein Geld! Ich hab’s versucht, es mir einzureden, wirklich! Ging aber nicht.

Jetzt sieht mein Gründungsplan eine längere Entwicklungsphase vor, um den Dienst zusammen zubauen. Und ich könnte die Energie, die ich die letzten Male mitbrachte und die mir auch geholfen hat, mich aus den alten Arbeitszusammenhängen zu lösen, gut brauchen. Frischen Wind ins Denken. Community-Bildung ist ja auch ein wichtiges Thema bei meiner Gründung, und ungewöhnliche Aktivitäten ebenso.

Jetzt hat sich auch noch die Möglichkeit geboten, in einem Wohnmobil mitzuwohnen. Deshalb habe ich doch wieder angefangen, darüber nachzudenken, und dann war sie auch wieder da, die gespannte Aufregung davor, das Organisieren der Notwendigkeiten. Das Nachverfolgen des Burning Blogs (blog.burningman.com) wie beispielsweise dieser Eintrag über Städte und temporäre autonome Zonen.  Eigentlich ganz passend zur Firmengründungsphase. Dann war auch die Entscheidung getroffen, den ursprünglichen Bedenken zum Trotz: Meine Existenzgründung beginnt in Nevada beim Burning Man. Das ist der Ort der gedanklichen Freiheit, wo quasi alles begann, und dort beginnt auch der nächste Schritt. Und wer weiß, bei den vielen amerikanischen und auch deutschen Existenzgründern dort, vielleicht kommen dann nicht nur interessante Gedanken, sondern auch Kontakte für das Büro für nützliche Aktivitäten mit zurück.

Vertraut machen mit Blogs

Juli 29th, 2010

Blogs lesen ist eine Sache, ein Blog schreiben doch noch etwas anders. Nicht so sehr vom Inhalt, aber von den Verknüpfungen her. Es gibt jedenfalls aktuell einige Blogs, die mir (zumindest gefühlt) helfen, die richtigen Schritte zu tun.

Da wäre z.B. Yolk, die in ihrem Blog mindestens einen lesenswerten Beitrag zum Thema Finanzen, zahlende Nutzer  und Traffic haben (http://blog.yo.lk/2010/03/08/ueber-zahlen-spricht-man-nicht). Abgesehen davon führen sie ein Gründertagebuch bei der Financial Times Deutschland, das auch sehr lesenswert ist (http://www.ftd.de/karriere-management/gruendung). Und: sie haben ihre ursprüngliche Diplomarbeit über das Thema “wie gründe ich eine Firma mit einem Onlineangebot” als Buch herausgegeben (“Agile Produktentwicklung im Web 2.0” von Sebastian Munz und Julia Soergel), das liegt schon bei mir auf dem Schreibtisch.

Ansonsten habe ich einige interessante Angebote auch in die”Blogroll” eingetragen, die sich in der Navigation befindet.

Ein Beginn

Juli 28th, 2010

Hier will ich jeweils den aktuellen Stand des Büros für nützliche Aktivitäten und seiner Aktivitäten dokumentieren.

Wo stehe ich gerade?

Nach langen Jahren im Großkonzern habe ich Ende April 2010 dort aufgehört (biographische Details siehe mein XING-Profil:  http://www.xing.com/profile/Holger_Wessels). Die Zeit seit der Entscheidung dafür hat verschiedene Ideen hervorgebracht, was ich ansonsten, besseres tun könnte. Eine Möglichkeit war, in den Bereich Forschung zu gehen in Richtung Promotion, speziell in der Ecke “Semantisches Web”. Mit der Zeit habe ich erkannt: die Motivation dafür stammt von einer Geschäftsidee, mit der ich mich schon seit zwei Jahren immer mal wieder in verschiedenen Formen beschäftige, und die meiner Meinung nach technisch ideal mit semantischen Webtechnonolgien unzusetzen sein könnte. Da stand ich dann vor der Frage: erst forschen und dann umsetzen, oder gleich etwas umsetzen?

Ich begann, mich mit dem aktuellen Stand bei Existenzgründung zu beschäftigen. Mit dem ganzen Drumherum: Arbeitsplätze, Firmenorganisation, Abrechnung etc. Bei meine erste Gründung ein Dutzend Jahre zuvor hat mein damaliger Mitgründer Bert die Organisation und Buchhaltung übernommen. Diesmal sollte alles bei mir liegen oder von mir delegiert werden. Deshalb schien es mir sinnvoll, das alles per Schulung aufzufrischen. Außerdem hatte ich rückblickend auf meine erste Gründung den Eindruck gewonnen, dass wir damals nicht wirklich von den Kosten her kalkuliert haben, weshalb auch nach einem halben Jahr das Geld alle war…

Ich ging mit einigen Konzepten, von denen die tragfähigsten beiden jeweils eine Finanzierung erforderten, in eine Existenzgründerschulung, die mir empfohlen wurde und die ich auch wiederum sehr empfehlen kann: “Unternehmensführung/ Unternehmensnachfolge” von Dr. Lindner bei der Artur Speer Akademie in Pankow, www.artur-speer-akademie.de. Das externes Geld für diese Konzepte notwendig wäre, war schon vorher abzusehen, und diesmal sollte der Laden länger laufen.

Konzept Nr. 2 stellte das Angebot von Einzelarbeitsplätzen (im Gegensatz zu den sich ausbreitenden Coworking-Spaces)  dar, die wie vergrößerte Telefonkabinen mit Schreibtischen schallgedämmtes Arbeiten und Telefonieren erlauben sollten. Die Kernidee war dabei, diese Kabinen mit praktisch designter Innenausstattung in größerer Zahl zu produzieren und dann in bestehende Gewerberäume fertig einzusetzen, mit Glastür und individueller Klimatisierung und Beleuchtung. Da ich aber wenig Erfahrung im Herstellen von Dingen und Angebot von Arbeitsplätzen habe und die Anfangsinvestition nicht unerheblich gewesen wäre, habe ich die Umsetzung dieses Konzepts auf später verschoben.

Letztendlich blieb ich dann doch lieber bei meinen Leisten: internetbasierte Informationssysteme. Doch wo ich früher auf die Berliner Kleinkunst spezialisiert war, soll es diesmal um das ideale Angebot von Freizeitaktivitäten für Berliner, Berlinbesucher und auch alle anderen Gegenden gehen. Nützliche Aktivitäten halt, um Leute vom Fernseher webzubekommen und vielleicht auch die Einsamkeitsrate der Singles zu senken.

Jedenfalls verließ ich die Schulung  mit einem kleinen aber fertigen Businessplan incl. Finanzplan und Gutachten einer fachkundigen Stelle. Darin habe ich für meine Begriffe recht gut beschrieben, wo die Reise hin gehen soll. Geplanter Finanzierungsbedarf: €15.000,- per KMU-Mikrokredit der Investionsbank Berlin-Brandenburg. Beim ersten Ausfüllen den Antrags tauchten aber schon ein paar Fragen auf, die ich doch gerne erst noch auf einem der monatlichen Informationsvorträge der IBB ansprechen will. Außerdem schien es mir angebracht, vorher noch meine Eintragungen bei der Schufa und den anderen großen Finanzauskunfteien zu klären, damit sich da nicht irgendwelche Datenleichen verbergen, welche die IBB irritieren könnten…

Parallel dazu gilt es im Moment, sowohl organisatorische als auch technologische Dinge vorzubereiten. Abgesehen vom Umbau unseres heimischen ehemaligen Abstellraums zum Arbeitszimmer, der schon viel Zeit und Mühe kostete, ist das auch die Auswahl eines externe Arbeitsplatzes (wenn ich viel Ruhe brauche). Das Betahaus (betahaus.de) zum Beispiel habe ich gestern besichtigt. Ein spannendes Konzept (gefühlt zumindest einer der Vorreiter), verschiedene Disziplinen so zusammenzubringen incl. Werkstatt und Events. Leider in Kreuzberg und damit mit Anfahrt verbunden. Auf meiner Besichtigungsliste stehen noch ein mehr luxuriöseres Angebot im clubOffice Berlin (www.cluboffice-berlin.de) in der Bundesallee (direkt per U-Bahn zu erreichen)  sowie das Nachfassen zu einem früheren Angebots eines Freundes, der in seiner Kreativgesellschaft damals noch freie Schreibtische hatte. Wobei ich schon beim Betahaus gesehen habe, warum das Konzept der Einzelarbeitsräume nicht schlecht war. Richtig für sich und dabei ungestört sein ist da auch nicht ganz einfach…

Dazu lese ich mich in eine Menge Material ein, um die richtigen technologischen Entscheidungen zu treffen. Diverse Bücher und aktuelle Zeitschriften, die mit Existenzgründung und Internet zu tun haben. Das wird sich auch noch etwas hinziehen, und mal sehen, wo es mich hinführt…