Jetzt ist tatsächlich ein halbes Jahr vergangen seit dem letzten Blogeintrag… Es ist schon erstaunlich, wie leicht man ein solches Medium links liegen lassen kann (es aber nicht tun sollte).
Wo ich jetzt stehe?
Der Besuch beim Burning Man war dann doch anders als geplant, einmal unterwegs fand ich die Idee, das Dortsein zu etwas Eigennützigem zu nutzen nicht mehr so gut. Es hat auch ewig gedauert, bis ich mich hinterher wieder vom Jetlag erholt habe. In der Zeit habe ich die ehemalige Kammer in meiner Wohnung fertig zum Arbeitszimmer umgeräumt, doch nach einiger Zeit wurde mir klar, dass zuh Hause sein leicht zu familiären Ablenkungen führt und das Arbeitszimmer doch sehr eng und vor allem ohne Tageslicht ist. So war das kein Arbeiten.
Ich hatte mich früher schon mit Coworkingspaces beschäftigt. Eine ursprüngliche Geschäftsidee war tatsächlich auch, eine spezielle Art von “Singleworkingspace” zu schaffen, was ich aber wegen dem Risiko und der nötigen Investitionen verschoben habe. Es gibt auch schon eine ganze Menge von Coworkingspaces in Berlin, aber keinen direkt vor meiner Tür, zumindest nicht nach der damaligen Liste bei CoWorking News. Den “Altmeister”, das Betahaus am Moritzplatz in Kreuzberg, hatte ich mir im Rahmen einer Führung angeschaut (siehe auch ihren Steckbrief im CoWorking News Verzeichnis: http://www.coworking-news.de/2009/07/steckbrief-betahaus-berlin/). Schon spannend, auch mit der Werkstatt und dem Cafe und Beratungen und so, aber da meine Finanzierung ja nicht so richtig gut aussah, lag mir der Preis für einen Festschreibtisch doch zu hoch, und dann war es doch auch recht groß…
Der Zufall ergab dann aber, dass eine Freundin von mir für ihren Onlinehandel mit Fair-Trade-Produkten names KarmaBazaar Lager- und Büroplatz brauchte und deshalb kurzerhand eine kleine Bürogemeinschaft gründen wollte. Als Ersteinsteiger kam ich da im Karmawerk deutlich billiger weg als am Moritzplatz, und laut VBB-Routenplaner ist es (obwohl in Neukölln angesiedelt) sogar vier Minuten schneller zu erreichen (außer jetzt im Winter wegen den S-Bahn-Problemen). Außerdem ist es viel kleiner und familiärer, teils Werkstatt und Nähatelier, teils Schreibplatz für Promotionen oder für grafische Arbeiten. Für die nahe Zukunft sind auch Sonntags-Workshops geplant. Dort verbringe ich jedenfalls jetzt meine Arbeitstage, nur im Berufsverkehr mit dem Auto zurück nach Tiergarten zu fahren hat sich als keine gute Idee erwiesen, deshalb doch meist der ÖPNV.
Zu allem Glück hat auch noch direkt gegenüber mit dem “Ungeheuer” ein total nettes Café aufgemacht, von Frühstück bis spät abends. Da wird es dann außerdem auch ab demnächst das Hinterzimmer als Meetingraum für kleines Geld zu mieten geben. Ihre Webseite unter http://www.ungeheuer-neukoelln.de/ ist leider noch leer, aber Qype hat schon was dazu (auch von mir): http://www.qype.com/place/1751472-Ungeheuer-Berlin.